Genocide alert

SPD - Zweiter Sieger mit Nachholbedarf

Das Wahlprogramm der SPD für die Bundestagswahl 2009 erhält von Genocide Alert die Note 3+ (voll befriedigend). Zwar wird rein quantitativ gesehen nicht viel Text auf das Themengebiet des internationalen Menschenrechtsschutzes verwandt, dafür werden aber verschiedene Wichtige Themenfelder konkret angeschnitten. So bekennen sich die Sozialdemokraten explizit zur Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshof und sprechen sich für eine Bestrafung von Massenverbrechen wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen aus. Es wird leider keine Antwort auf die Frage gegeben, wie sich schwerste Menschenrechtsverletzungen in Zukunft verhindern lassen, und es findet sich auch kein Verweis auf die Schutzverantwortung Deutschlands, Europas und der internationalen Gemeinschaft. Dennoch verschließt sich die SPD in ihrem Programm nicht der prinzipiellen Möglichkeit, notfalls und als letztes Mittel auch militärische Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechten einzusetzen. Mit dem allgemeinen Anspruch, dass Menschenrechte ein zentraler Bestandteil sozialdemokratischer Politik sei und dem konkreteren Anspruch, sich insbesondere für die Rechte von Frauen global einsetzen zu wollen, offeriert die SPD eine unterm Strich ordentliche internationale Menschenrechtspolitik.

Die SPD offeriert eine ordentliche internationale Menschenrechtspolitik

Zeugnis der SPD


Auszüge aus dem Wahlprogramm

Menschenrechte stärken. Der weltweite Einsatz für Menschenrechte ist zentraler Bestandteil unserer Politik. Menschenrechte, Solidarität und Demokratie gehören zusammen. Menschenrechtspolitik ist auch Friedenspolitik. Wir wollen die Menschenrechtsschutzsysteme der Vereinten Nationen, der EU und des Europarates weiter stärken. (S. 51)

Frauenrechte stärken. Wir setzen uns für die Stärkung der Rechte von Frauen ein. Frauen sind die entscheidenden Akteurinnen der Entwicklung. Wir wollen den Kampf gegen die Genitalverstümmelung fortsetzen und weltweit helfen, Gewalt gegen Frauen zu beenden. (S. 51)

Menschenrechtsdialoge ausbauen. Das Instrument der Menschenrechtsdialoge wollen wir national wie europäisch ausbauen. Nur wenn wir im Dialog auch mit schwierigenFrank-Walter Steinmeier Spitzenkandidat für die SPD Staaten bleiben, haben wir die Chance, die Menschenrechte zu fördern und den Menschen tatsächlich zu helfen. (S. 51)

Internationale Strafgerichtsbarkeit stärken. Wir unterstützen die internationale Strafgerichtsbarkeit, damit Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geahndet und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. (S. 51)

Europa als Friedensmacht. Wir wollen die Identität Europas als globale Friedensmacht weiter stärken, die Verantwortung für Frieden und Entwicklung in der Welt übernimmt, die Menschenrechte und das Völkerrecht durchsetzt (…). (S. 54)

Afghanistan unterstützen. (…) Die elementaren Menschenrechte müssen gewahrt sein. (…) (S. 56)

Internationale Einsätze der Bundeswehr verantwortlich gestalten. Internationale Einsätze der Bundeswehr können für uns nur das äußerste Mittel sein, wenn andere Instrumente zur Sicherung des Friedens und zum Schutz der Menschen keine Lösung herbeiführen können. Die Einsätze der Bundeswehr müssen durch ein Mandat des UN Sicherheitsrates sowie einen konstitutiven Beschluss des Deutschen Bundestages legitimiert und in ein politisches Gesamtkonzept integriert sein. (S. 56)

Quelle: http://www.frankwaltersteinmeier.de/_media/pdf/Entwurf_Regierungsprogramm.pdf