Schlussbemerkungen und Methodologie
Die Initiative „Meine Stimme für
Menschenrechte!“ von Genocide
Alert versteht sich mit der vorliegenden
Broschüre als eine Orientierungshilfe
für all jene, die bei
der Bundestagswahl 2009 eine
Partei mit mutiger und konstruktiver
Menschenrechtspolitik
wählen möchten. Alle Wahlberechtigten
haben das Recht und
die Verantwortung persönlich
abzuwägen, welcher Partei sie
ihre Stimme geben möchten. Aus
diesem Grund gibt Genocide Alert
keine Wahlempfehlung ab, denn
neben der Frage des internationalen
Menschenrechtsschutzes
spielen auch die jeweiligen Positionen
zur Sozial-, Wirtschaftsund
Gesellschaftspolitik eine wichtige
Rolle.
Als gemeinnützige und überparteiliche
Menschenrechtsorganisation
machen wir es uns zur Aufgabe,
diejenigen politischen
Akteure – unabhängig von ihrer
Parteizugehörigkeit - zu unterstützen,
die sich unseren Zielen
verbunden fühlen. Um ein
möglichst hohes Maß an Transparenz
bei der Bewertung der Wahlprogramme,
die Vergabe der
Noten und die Aufstellung des
Parteien-Rankings zu garantieren,
soll im Folgenden auf die Erhebungsmethodik
eingegangen
werden.
Zu den ausschlaggebenden
Grundwerten von Genocide Alert
gehören insbesondere die Ziel
einer Welt ohne Völkermord und
Massenverbrechen, des weltweiten
Schutzes und der Durchsetzung
der Menschenrechte, die
globale strafrechtliche Ahndung
von Menschenrechtsbrüchen z.B.
durch den Internationalen Strafgerichtshof,
und die Förderung der
sogenannten Schutzverantwortung
(englisch „Responsibility to
Protect“) durch Deutschland,
Europa und die internationale
Gemeinschaft. Ausschließlich an
diesen Grundüberzeugungen
haben sich die Bewertungen der
Wahlprogramme von CDU/CSU,
SPD, Bündnis90/Grüne, FDP und
Linkspartei orientiert.
Die konkrete Bewertung der jeweiligen Wahlprogramme erfolgte an
Hand von 5 Fragen, welche jeweils mit 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut)
pro Frage benotet werden konnte. Für den Fall, dass eine Frage auf
Basis eines Wahlprogramms nicht beantwortbar war, wurden 2 Punkte
(schlecht) vergeben. Somit ist die Nicht-Nennung eines Themas, wie
z.B. ein fehlender Verweis auf den Internationalen Strafgerichtshof, um
einen Punkt besser bewertet worden als eine negative Aussage zum
Thema. Die Aussagen der Parteien auf folgende Fragen wurden von
einer Reihe von Aktivisten aus dem Kreis von Genocide Alert bewertet:
1. Wird positiv auf die Wichtigkeit der Verhinderung von Massenverbrechen
(Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen,
ethnische Säuberungen, Massenvergewaltigungen etc.) eingegangen,
z.B. durch Bezug auf die Responsibility to Protect / Schutzverantwortung?
2. Wird auf die Frage internationaler Strafgerichtsbarkeit positiv eingegangen?
Wird die Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshofs
gefordert?
3. Wird der internationale Schutz von Menschenrechten als ein bedeutendes
politisches Ziel dargestellt? Wird der internationale Schutz von
Menschenrechten umfassend behandelt oder nur anhand weniger
Anwendungsgebiete?
4. Wird positiv Bezug genommen auf die Verantwortung Deutschlands,
der EU und der internationalen Gemeinschaft zum Schutz von Menschenrechten?
5. Wird positiv Bezug genommen auf die Frage internationalen Engagements
Deutschlands (zivile und militärische Hilfe zum Zwecke des Menschenrechtsschutzes)?
Die maximal erreichbare Punktzahl beträgt 25 (5 Fragen X 5 Punkte), die Mindestpunktzahl 5 Punkte (5 Fragen X 1 Punkte), wobei eine vollständige Nicht-Beantwortung der obigen Fragen 10 Punkte (5 Fragen X 2 Punkte) ergeben hätte. Somit werden alle Wahlprogramme, die 10 oder weniger Punkte erreichen mit der Note 6 (unbefriedigend) benotet. Von hier beginnend wird wie in der Schule in 3er Schritten benotet, also 11 Punkte = noch mangelhaft, 12 Punkte = mangelhaft, 13 Punkte = voll mangelhaft usw. Konkret stellt sich dies wie folgt dar:
| Notenskala: | ||||||
| Punktzahl: | 25-23 | 22-20 | 19-17 | 16-14 | 13-11 | 10-0 |
| Note: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Hierdurch ergaben sich folgende Resultate für die Wahlprogramme der Parteien:
| Partei | Punktzahl | Note (gerundet) |
| CDU / CSU | 12,3 | 5 |
| SPD | 18,5 | 3+ |
| FDP | 17,8 | 3 |
| Grüne | 23,3 | 1- |
| Linke | 9,5 | 6 |
Hierdurch ergibt sich folgendes Ranking:
| 1. Platz | Bündnis 90/Grüne | 1- (sehr gut minus) |
| 2. Platz | SPD | 3+ (voll befriedigend) |
| 3. Platz | FDP | 3 (befriedigend) |
| 4. Platz | CDU / CSU | 5 (mangelhaft) |
| 5. Platz | Linkspartei | 6 (ungenügend) |

