DIE LINKE - Sechs, setzen!
Das Wahlprogramm der Linkspartei hat von Genocide Alert die Note 6 (unbefriedigend) erhalten. Die Linken sind hiermit weit abgeschlagen und belegen deutlich den letzten Platz des Genocide Alert Menschenrechtsrankings. In ihrem Wahlprogramm äußert sich die Linkspartei in keiner Weise zur Problematik der Verhinderung und Bestrafung von Massenverbrechen; der Internationale Strafgerichtshof wird nicht erwähnt. Schwerer wiegt jedoch, dass die Linkspartei sich kompromisslos gegen die Möglichkeit eines Einsatzes von militärischen Mitteln zum Schutz von Zivilisten vor Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen ausspricht, selbst wenn hierfür ein Mandat der Vereinten Nationen vorliegen sollte. Hiermit offenbart die Linke eine orthodox-pazifistische Positionierung, die jedoch im Falle schwerster Menschenrechtsverletzungen nicht vertretbar ist. Die als positiv zu bewertende Nennung von Instrumenten ziviler Konfliktbearbeitung hätte nicht in einen Widerspruch zur Möglichkeit des Einsatzes auch militärischer Mitteln – wie z.B. dem Einsatz von Blauhelm- oder Friedenstruppen der Vereinten Nationen – stehen dürfen. Die Erörterung menschenrechtlicher Fragen bleibt, mit Ausnahme löblicher Aussagen der Linkspartei zum Thema Asyl, auf der Strecke. Die Linke offeriert für die Bundestagswahl 2009 leider keine glaubwürdige Menschenrechtspolitik, sondern offenbart vielmehr erheblich Defizite. Für uns ist sie somit leider durchgefallen, so dass man der Linkspartei in dieser Frage nur sagen kann: „Sechs, setzen!“
Die Linke offeriert für die Bundestagswahl 2009 leider keine glaubwürdige Menschenrechtspolitik
Auszüge aus dem Wahlprogramm
„Menschen, die vor Menschenrechtsverletzungen,
Kriegen und politischer
Verfolgung geflohen sind, dürfen
nicht abgewiesen oder abgeschoben
werden. Es muss sichergestellt
werden, dass das Grundrecht auf
Asyl wahrgenommen werden kann.“
(S. 17)
das Asylrecht im Grundgesetz substanziell
wiederherstellen; die Genfer
Flüchtlingskonvention und die
Europäische Menschenrechtskonvention
uneingeschränkt gelten lassen
und die UN-Kinderrechtskonvention
vollständig umsetzen; geschlechtsspezifische
Fluchtursachen als Asylgrund
umfassend anerkennen: Frauen,
die in ihrem Herkunftsland von
geschlechtsspezifischer Gewalt – wie
zum Beispiel weiblicher Genitalverstümmelung
– bedroht sind, vor
Abschiebung schützen; Flucht vor
bürgerkriegsähnlichen, nichtstaatlichen
Auseinandersetzungen, vor
Milizen und Warlords als Grund für
bleibendes Asyl anerkennen; umfassenden
Schutz für Menschen
gewähren, die wegen ihrer sexuellen
Orientierung verfolgt werden; nichtstaatliche
Verfolgung, Verfolgung
wegen des Geschlechtes oder der
sexuellen Orientierung als Asylgrund
(auf EU-Ebene, Anm. Robert
Schütte) anerkennen. (S. 29-30)
Streben nach Vorherrschaft und
Einsatz militärischer Stärke sind
keine Grundlage für die Krisenbewältigung.
Wer Kooperation erreichen
will, muss das Völkerrecht und die
Menschenrechte achten. Die zentrale
Institution muss die UNO, ihre Beschlüsse
müssen respektiert werden.
(S. 32)
Entwicklungspolitik an zivile Konfliktprävention,
Völkerrecht und Menschenrechte
sowie aktive Friedenspolitik
binden: Unterordnung der
Entwicklungszusammenarbeit unter
die Außen- und Sicherheitspolitik
und die sogenannte zivil-militärische
Zusammenarbeit beenden; (S. 33)
„Es gibt keine „humanitären“
Militärinterventionen. DIE LINKE
lehnt daher alle völkerrechtswidrigen
Militär- und Kriegseinsätze, auch
mit UN Mandat, ab. Kriege sind
immer inhuman und die gravierendste
Menschenrechtsverletzung. (S.
33)
Quelle:
http://die-linke.de/fileadmin/download/wahlen/pdf/Bundestagswahlprogramm.pdf

