Genocide alert

FDP - Die Liberalen im Mittelfeld

Die FDP hat für ihr Wahlprogramm von Genocide Alert die Note 3 (befriedigend) erhalten. Die Freidemokraten bemühen sich redlich, sich als Menschenrechtspartei zu profilieren. Hierbei ist insbesondere die Nennung des Internationalen Strafgerichtshofs sowie weiterer Instanzen des internationalen Menschenrechtsschutzes wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu nennen. Auch benennt die FDP Menschenrechtsverbrechen wie Menschenhandel, Kinderarbeit, Zwangsprostitution, Zwangsheirat, Organhandel und Praktiken wie Genitalverstümmelung als dringende Probleme. Das im Vergleich zur SPD leicht schlechtere Abschneiden ist letztlich jedoch der Tatsache geschuldet, dass es keine expliziten Äußerungen zur Verantwortung Deutschlands, der EU und der Vereinten Nationen zur Verhinderung von Massenverbrechen wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gibt. Das Wahlprogramm sieht auch bei der Frage des Einsatzes militärischer Mittel keine herausgehobene menschenrechtliche Komponente vor, und auch die Forderung nach einer stärkeren außenwirtschaftlichen Förderung deutscher Handelsinteressen ist aus menschenrechtlicher Perspektive problematisch. Trotz allem kann resümierend festgestellt werden, dass die Freidemokraten ein ordentliches, wenn auch teils verbesserungsfähiges Wahlprogramm abgeliefert haben. Somit reicht es noch für die Bronze-Medaille für die FDP.

die Freidemokraten haben ein ordentliches,
wenn auch teils verbesserungsfähiges Wahlprogramm, abgeliefert

Zeugnis der FDP


Auszüge aus dem Wahlprogramm

Die Glaubwürdigkeit Deutschlands steht in direktem Zusammenhang mit dem konsequenten Eintreten für die Menschenrechte in der Außenpolitik. Ihre Einhaltung ist das Fundament für die demokratische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung jedes Landes. Körperliche und geistige Unversehrtheit, Gedanken- und Meinungsfreiheit und die Freiheit von Diskriminierung sind unveräußerbare Prinzipien unserer Menschenrechtspolitik. (S. 84)

Diskriminierung und Unterdrückung von Teilen der Bevölkerung finden auch heute noch vielfach statt – innerhalb und außerhalb Europas.Guido Westerwelle Spitzenkandidat für die FDP Kinder und Frauen werden besonders häufig Opfer gravierender Verletzungen ihrer Rechte und Freiheiten. Menschenhandel, Kinderarbeit, Zwangsprostitution, Zwangsheirat, Organhandel und Praktiken wie Genitalverstümmelung müssen geächtet und international verboten werden. (S. 84)

Durch die Globalisierung rücken Menschenrechte auch in anderen Regionen der Welt stärker ins Bewusstsein. Dies erhöht die Chancen Menschen rechtsanliegen aktiv in anderen Ländern anzusprechen. (S. 85)

Internationale Menschrechtsschutzsysteme haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Der Europarat mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sowie der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) sind unverzichtbare Instrumente internationaler Rechtsstaatlichkeit. Verbrechen, auch in Kriegszeiten, müssen konsequent vor Gericht gebracht werden. Deutschland muss sich deshalb verstärkt dafür einsetzen, dass auch diejenigen Länder dem Rom-Statut des IStGH beitreten, die bisher eine Ratifikation verweigert haben, wie die USA, China, Russland oder Indien. Auch die Arbeit des Europarates und insbesondere des EGMR bedarf stärkerer Unterstützung. Viele anhängige Klagen, die wegen mangelnder finanzieller Ressourcen nur sehr spät oder gar nicht bearbeitet werden können, behindern einen effektiven Menschenrechtsschutz. Die FDP fordert deshalb, die Arbeit des EGMR stärker finanziell zu unterstützen und dafür auch verstärkt bei den Mitgliedern des Europarats zu werben. Die Straflosigkeit von Menschenrechtsverbrechen muss der Vergangenheit angehören. Die FDP verfolgt mit Sorge die zunehmende Politisierung des UN-Menschenrechtsrates und tritt für eine aktive deutsche Menschenrechtspolitik im Rahmen der UNO ein. (S. 85)

Quelle: http://www.deutschlandprogramm.de/files/1547/Leitantrag.pdf